Veröffentlichungen & Rezensionen 1 h agoZu Lesezeichen hinzufügen
Einundzwanzig Tracks, zwei Seiten, echte Saiten und ein unabhängiges Label: Keeno legt ein Projekt von großem Umfang auf den Tisch, zwischen symphonischem, flüssigem DnB und dunklen Arrangements.
Vierundzwanzig Tracks, zwei Alben, ein unabhängiges Label. In einem langen Interview, das am 21. Juli 2026 bei UKF erschien, kündigt Keeno „LIGHT / DARK“ an, ein Doppelalbum, das als zwei Seiten derselben Geste gedacht ist. Auf der einen Seite „LIGHT“: Streicher, Klavier, flüssiger, aufbauender DnB. Auf der anderen Seite „DARK“: dramatische Arrangements, aggressivere Songwriting. Es ist ein Autorenprojekt, veröffentlicht auf seinem eigenen Imprint Keeno Music, mit einem Format, das die Ambitionen klar macht: zwei Vinyls, zwei CDs, ein USB-Stick, der für Rekordbox vorbereitet ist, digital und eine Merchandising-Linie.
Zwei Alben, ein Komponist, eine polare Lesart. Keeno versteckt die Idee nicht: „LIGHT“ ist die orchestral-melodische Seite des Albums, „DARK“ die angespanntere. Hier haben wir eine seltene Geste in der DnB-Szene – keine Kompilation alter Singles, die zu einem LP zusammengefasst wurden, sondern ein doppeltes Projekt, das wie ein Diptychon strukturiert ist. Die Tracks, die im Interview auf der Seite „LIGHT / DARK“ erwähnt wurden, umfassen „Polarised“, „Flock Of Ravers“, „Read My Mind“, „Stronghold“, „Juliet“, „Chiaro“ und „Not Soon Enough“. Auch die Geste des unabhängigen Labels ist bemerkenswert: Keeno veröffentlicht bei Keeno Music, nicht über ein großes DnB-Imprint. Es sind zwei selbstproduzierte und selbstveröffentlichte Alben, was den Sinn des Projekts beeinflusst.
Die im UKF-Interview erwähnten Mitwirkenden geben einen klaren Eindruck von der angestrebten Textur: Noppo an den Drums und der Produktion, Sam Welch und Kate McGill an den Stimmen und vor allem das echte Streichquartett Vibre Strings – kein Patch, keine Sample-Library, ein echtes Quartett. Vio.let, DJ/Produzentin und Geigerin, ist auch in der Live-Besetzung zu finden. Das ist konsistent mit der DNA von Keeno seit seinen ersten Veröffentlichungen: Klavier, harmonische Songwriting, Orchestrierung als Rückgrat, nicht als Dekoration.
Es ist eine Ankündigung, keine Rezension. Ohne die vierundzwanzig Tracks gehört zu haben, kann man das Ergebnis nicht beurteilen. Was man sagen kann: Die Struktur des Projekts (orchestrales/dramatisches Diptychon, echte Streicher, unabhängiges Label, USB-Stick für Rekordbox für DJs) zeigt, dass es sich nicht um ein wegwerfbares LP handelt. Keeno hat seine Geste über die Jahre hinweg auf harmonischer Präzision und einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen DnB und Kammermusik aufgebaut. Ein ganzes Doppelalbum, das auf dieser Grundlage steht, mit einem echten Streichquartett, ist eine Wette.
Zu beobachten. Wir warten auf das Hören, um zu urteilen – aber die Ankündigung ist solide, das Format ambitioniert und das unabhängige Label. Wir werden darauf zurückkommen, Track für Track, wenn das Album auf dem Plattenspieler liegt.