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Der Produzent, der einen Teil der britischen Jungle-Hardcore-DNA zu Beginn der 1990er Jahre geprägt hat, wird institutionell anerkannt: „einer der Tage, auf die ich am stolzesten bin“, sagt er.
Am 27. Juli 2026 berichtet DJ Mag die Nachricht: Bizzy B hat einen Ehren-Doktortitel der Universität Greenwich erhalten. Der Produzent und DJ, der das Label Brain Records gründete und zu den Architekten des britischen Hardcore-Jungle der frühen 1990er Jahre gehört, beschreibt die Zeremonie als „einer der Tage, auf die er am stolzesten ist“.
Zuerst muss man die Person in den Blick nehmen. Bizzy B beginnt Ende der 1980er Jahre zu produzieren, mitten im acid house / breakbeat-Boom in London. Mit Brain Records wird er zu einer der Figuren, die zwischen 1991 und 1994 den UK Hardcore zu dem treiben, was später die Jungle werden sollte - schneller, schwerer, durchdrungen von Dub-Bass und jamaikanischer Sound-System-Kultur. Seine technische Signatur: ein Schnitt von Breakbeats (der berühmte Amen, aber nicht nur) und eine frühe Nutzung des Sub-Bass, die dem Sound von Brain Records eine sofort erkennbare Identität verleihen.
Die institutionelle Anerkennung ist ein starkes redaktionelles Signal. Hier geht es um eine Szene, die lange Zeit von den britischen Universitäten als ein marginales, etwas verdächtiges Objekt behandelt wurde, halb jugendliche Subkultur, halb Studiengebiet für Tanzboden-Soziologen. Eine Universität im Südosten Londons - Greenwich, genau gesagt, in einer Zone, in der die Rave-Kultur historisch Wurzeln geschlagen hat - verleiht einem Pionier des Hardcore-Jungle einen Ehrendoktortitel, das bedeutet, dass diese Szene ein vollwertiges britisches Kulturerbe ist.
Bizzy B kommt nicht von irgendwoher. Er gehört zu einer Kette, die bis zum jamaikanischen Dub - Studio One, King Tubby - zurückreicht, über die Londoner Soundsysteme der 1980er Jahre und den Breakbeat-Hardcore-Rave, und mündet in der Jungle der 1990er (Reinforced, Metalheadz, Suburban Base) und der Drum & Bass, die ab 1995 Gestalt annimmt. Brain Records ist eines der Glieder dieser Reise. Bizzy B anzuerkennen, bedeutet, diese Abstammung anzuerkennen.
Die Geste von Greenwich fügt sich in eine jüngste Reihe ein: Ausstellungen zum Erbe der Jungle-Szene (Bristol), Bücher, die die Geschichte des Dub neu fixieren (siehe Dub Revolution von David Katz, rezensiert in unseren Seiten), politische Gesten gegenüber dem britischen Grassroots. Man beobachtet eine laufende Vererbung der britischen Rave-Jungle-Kultur - und diese Vererbung nimmt nicht die Form einer musealen Nostalgie an: Sie erfolgt durch aktive Anerkennung, die an noch aktive Figuren verliehen wird.
Das von DJ Mag zitierte Zitat ist kurz und direkt: Die Zeremonie ist „one of the proudest days of my life“. Nichts weiter im uns vorliegenden Zusammenfassung - der vollständige Artikel von DJ Mag ist zu lesen, um den detaillierten Kontext der Diplomverleihung und die anderen Reaktionen zu erfahren.
Wir werden den redaktionellen Faden zum Erbe der britischen Rave/Jungle-Szene auf dem Laufenden halten, wenn es weitere institutionelle Gesten dieser Art gibt. Das ist nicht nebensächlich: Je mehr die Pioniergeneration der Jungle die Sechzig erreicht, wird die Frage des offiziellen Gedächtnisses des Genres zentral.
One of the proudest days of my life.